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Wohltätig oder kommerziell?

 

 

 

Vertrauenssache: Nicht immer ist bei Altkleidersammlungen auf den ersten Blick erkennbar, wem der Erlös der Aktion zugute kommt.

Greven - Und auf einmal steht ein Wäschekorb vor der Tür, liegt ein Zettel im Briefkasten. „Helfen Sie, damit wir helfen können“, steht darauf. Gebten wird um Altkleider und Schuhe. Sie nennen sich „Roter Ring Kinderhilfe“ oder „Verein zur Kontaktpflege mit Behinderten“. Sie werben mit „Pater Rodriguez“ und „Bischof Capalla“ um Spenden gegen die Armut in der Welt. Und auch heute werden in Greven wieder Altkleider gesammelt. Der „Ruller Wallfahrtsverein Meppen e.V.“ bittet um Kleider- und Schuhspenden zugunsten des „Missionskreises Pater Wernke“ in Südafrika. Aber ist das seriös? Oder wird hier einer kommerziellen Sammlung nur ein karitatives Mäntelchen umgehängt? Das festzustellen ist gar nicht so einfach.

Der Flyer, der in Greven verteilt wurde, macht einen durchaus seriösen Eindruck. Sowohl der Verein, als auch der Unternehmer, der die Sammlung durchführt, sind mit Adresse und Telefonnummer darauf angegeben. Doch einige Formulierungen machen stutzig. „Ihre Kleidung kommt nicht in den Reißwolf“ oder „Die Kleidung wird sortiert und weiterverwendet“ werden vom Dachverband „Fairwertung“ als „gezielt irreführende und vernebelnde Formulierungen“ bezeichnet. Unter diesem Dachverband sind mehrere kirchennahe Organisationen zusammengeschlossen. Ziel ist es, den Weg der Kleidung durchschaubarer zu machen und neue Konzepte für den Umgang mit Gebrauchtkleidung zu entwickeln.

Das Konzept, dass wie im vorliegenden Fall gewerbliche Sammler mit gemeinnützigen Organisationen kooperieren, sei grundsätzlich kein Problem, betont Burkhard Wilke, Geschäftsführer des „Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen“ (DZI). „Solche Modelle gibt es immer wieder.“ Bedenklich sei dies nur, wenn das Verhältnis zwischen karitativem und gewerblichem Erlös nicht in einem vernünftigem Verhältnis ständen.

Das sei aber gegeben, sagt Maria Herbers vom Missionskreis Pater Wernke, der ihr Bruder ist. „Wir sind nur ein kleiner Verein und können Altkleidersammlungen nicht selbst durchführen“, erklärt sie auf WN-Anfrage. Der gewerbliche Sammler zahle eine monatliche Gebühr an den Verein. „Dieses Geld wird für die gemeinnützige Arbeit meines Bruders in Südafrika und Mosambik verwendet.“

Die Stadt hat jedenfalls auf diese Altkleidersammlungen und auch jede anders geartete Sammlung keinen Einfluss mehr. „Nordrhein-Westfalen hatte bis vor rund zehn Jahren ein Sammlungsgesetz, das aber ersatzlos gestrichen wurde“, erklärte Michael Schreiber, Leiter des Ordnungsamtes. Seitdem sei eine wie auch immer geartete Genehmigung nicht mehr notwendig.

Mag es auch bei der aktuellen Sammlung in Greven mit rechten Dingen zugehen, so ist es in vielen anderen Fällen schlichter Betrug, werden die wirklichen karitativen Organisationen um mögliche Kleiderspenden gebracht. Sammelaktionen wie früher werden vom DRK zwar kaum noch durchgeführt. „Da ist der Aufwand zu groß, das lohnt sich nicht mehr“, erklärt Egon Koling, Vorsitzender des Grevener Ortsvereins des DRK. Dafür wird die alte Kleidung jetzt vermehrt mit aufgestellten Containern durchgeführt. „Wir haben in der Stadt acht Stück aufgestellt.“ Die werden vom Kreisverband „verwaltet“. „Wir sind da nur Handlanger“, so Koling. Auch der MHD arbeitet mit Altkleider-Containern.

Die dort gesammelte Kleidung geht zu einem Teil an die DRK-eigenen Kleiderkammern. „Was dort nicht gebraucht wird, wird an einen Verwerter verkauft, der die tragbare Kleidung weiter vermarktet und den Rest zerschreddert“, erklärt ein Sprecher des DRK-Landesverbandes. Wobei der Verkauf der gebrauchten Kleidung auch nicht ganz unproblematisch ist. Denn die wird häufig nach Afrika exportiert, nicht ohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt vor Ort. Da die alten Kleider aus den Industrieländern dort billiger sind, gehen im Schneiderhandwerk und bei den Zulieferern Arbeitsplätze verloren. Andererseits verdienen viele Afrikaner mit dem Handel der gebrauchten Kleidung ihr Geld.

Ob und vor allem wem man seine gebrauchte Kleidung anvertraut, bleibt weiterhin keine leichte Entscheidung.

VON PETER BECKMANN, GREVEN

HTTP://WWW.IVZ-ONLINE.DE/LOKALES/KREIS_STEINFURT/GREVEN/1093786_WOHLTAETIG_ODER_KOMMERZIELL.HTML

21.07.2009   

 

 

03.02.2005 

Nicht jede Altkleidersammlung dient einem guten Zweck : Wer seine gebrauchten Kleider, Anzüge und T-Shirts für einen guten Zweck spenden will, sollte darauf achten, wem er seine Altkleidersäcke anvertraut.

Mehr: Der Dachverband FairWertung warnt vor dubiosen Kleidersammlern. «Nicht überall, wo gemeinnützig draufsteht, ist auch wirklich gemeinnützig drin», sagt Petra Schrömgens von der Geschäftsstelle des Verbandes in Essen.

Der von kirchlichen Einrichtungen getragene Verein vergibt das Siegel «FairWertung» an gemeinnützige Organisationen, die eine sozial- und umweltverträgliche Sammlung, Sortierung und Vermarktung von Altkleidern gewährleisten.

Bei Sammlern, «die stark auf die Tränendrüsen drücken», rät Schrömgens zur Vorsicht. Dies gelte auch, wenn nur eine Handy-Nummer angegeben sei, unter der niemand erreicht werden könne. Negativ aufgefallen seien unter anderem Namen wie «Pater Rodriguez» und «Roter Ring Kinderhilfe». Es gab auch Sammler, die vortäuschten, die Hilfsorganisation «Care» zu unterstützen.

Quelle

 

29.09.2003  

Zum Herbstbeginn flattern nicht nur die Blätter von den Bäumen, sondern auch massenhaft Zettel in Hausflure und Briefkästen. Da bittet ‚Pater Rodriguez' oder ‚Bischof Capalla' um Spenden gegen die Armut in der Welt, drücken ein ‚Roter Ring Kinderhilfe' und andere kräftig auf die Tränendrüsen - alles, um an die abgelegten Kleider der Bürgerinnen und Bürger zu kommen. Doch nicht selten fließt der Erlös nur in die Taschen von gewerblichen Unternehmen:

Vielerorts finden Mieter und Hausbesitzer vor ihrer Haustür kleine Sammeltonnen, die über Nacht dort aufgestellt wurden - von wem, lässt sich meist nicht ausmachen. "Dahinter stecken oft rein gewerbliche Sammler, die sich mehr oder weniger geschickt mit der ‚karitativen Masche' tarnen", so Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE. "Die Sache hat Methode", ergänzt Petra Schrömgens vom Dachverband FairWertung e.V., dem einzigen bundesweiten Zusammenschluss von gemeinnützigen Altkleidersammlern. "Meistens können dubiose Sammler damit rechnen, nicht belangt zu werden, obwohl sie mit ihren Methoden häufig gegen die Gewerbeordnung und gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen", so Frau Schrömgens.

Verbraucherinnen und Verbraucher müssen also selber sehr genau hinschauen, wer da ihre aussortierte Kleidung haben möchte. VERBRAUCHER INITIATIVE und FairWertung empfehlen daher:

Seien Sie misstrauisch, wenn kein Verantwortlicher für die Sammlung genannt wird und weder Name noch Anschrift auf dem Sammelzettel stehen.

Lassen Sie sich nicht durch Sammelaufrufe beeinflussen, in denen stark an das Gefühl appelliert oder das leicht verfremdete Logo bekannter Wohlfahrtsorganisationen abgebildet wird.

Achten Sie auf das FairWertungs-Siegel. Hier können Sie sicher sein, dass die gebrauchte Kleidung mit einem Höchstmaß an Verantwortlichkeit weiterverwertet wird. Sprechen Sie gegebenenfalls sammelnde Organisationen in Ihrer Gemeinde auf das Siegel an.

Wer bedürftige Menschen direkt mit gut erhaltener Kleidung unterstützen möchte, kann diese kostenlos in Kleiderkammern sozialer Organisationen oder in einem "Oxfam-Laden" abgeben. Adressen finden Sie im örtlichen Telefonbuch.

Weitere Informationen über das Thema Altkleidersammlung finden Interessierte im Internet unter www.FairWertung.de und bei der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V.

www.fairwertung.de/aktuell/news.11/index.html 

 

Roter Ring Kinderhilfe e.V.: In Haselünne bei Osnabrück existiert ein Landes- und Kreisverband. Informationen zu den Tätigkeiten des Vereins sind nicht zu bekommen.

Roter Ring Kinderhilfe eV: - In Haselünne bei Osnabrück existiert ein Landes- und Kreisverband. Sporadisch fallen Sammlungen mit nachgemachtem Logo des RRK auf. Die Kölner Polizei landete einen Glückstreffer, nachdem Vereinsmitglieder sich in einer Nachtaktion auf die Lauer gelegt hatten. Ein Trittbrettfahrer konnte gestellt und verhaftet werden. Die Polizeibeamten fanden im Fahrzeug gleich stapelweise 3 Logos verschiedener Organisationen. Ein weiterer polizeilicher Erfolg war im holländischen Grenzbereich zu verzeichnen - gleichzeitig schlugen unzählige weitere Versuche fehl  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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