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Geheuchelte Wohltätigkeit: Altkleidermarkt ist ein Millionengeschäft

Kein Name, keine Adresse und ein häufig verwendetes Logo. Ob die hier gesammelten Kleider für Wohltätigkeiten verwendet werden, darf bezweifelt werden.

Coesfeld - Prunklos steht der Altkleider-Container am Straßenrand. "Gebrauchte Bekleidung und Schuhe" steht in großen roten Lettern auf dem beigen Eisen-Behälter. Doch keiner weiß, woher er gekommen ist. "Der wurde einfach hier abgestellt", sagt Peter Zittrich von Wyco-Möbel. Auf einem Teil des Grundstücks wurde der Kasten - ohne zu fragen - hingesetzt. Im Vorbeifahren gut sichtbar. Auf einem anderen Container, der vor dem Dursty-Markt aufgestellt war, konnte man eine Telefonnummer finden: "Bei Reklamation." Doch hier läuft nur ein Band ab: "Nach dem Signalton können Sie eine Nachricht hinterlassen." Informationen, woher die Container stammen, sind Fehlanzeige. Nach einer Beschwerde durch Marktleiter Hans Georg Braun wurde dieser wieder entfernt. "Als ich die Männer ansprechen wollte, flüchteten sie", erzählt Braun. Zuvor hätten sie den Eisenklotz auf einen Leih-Lkw verladen. Der Markt für Altkleider ist ein umkämpfter. Immer wieder tauchen dubiose Container auf, stehen plötzlich Sammelboxen vor der Haustür oder Info-Flyer zu Sammlungen, die auf die Tränendrüse drücken, gelangen in die Briefkästen. "Längst ist der Altkleidermarkt ein Millionengeschäft", berichtet die Verbraucherzentrale. Die Kolping Recycling GmbH verkündet in der Zeitschrift "Kolping Forum", im letzten Jahr erstmals einen Jahresumsatz von über zwei Millionen Euro verzeichnet zu haben. Doch an dieser Stelle gilt es zu unterscheiden. Denn während zum Beispiel bei Kolping oder dem DRK alle Gewinne zurückfließen und der gemeinnützigen Arbeit des Vereins zu Gute kommen, stecken sich andere Firmen das Geld in ihre eigene Tasche. Dass es meistens nicht darum geht, möglichst viele Altkleider zu sammeln, ist ein großes Missverständnis. Nicht alle Kleidung geht an bedürftige Menschen. "Das ist unrealistisch", sagt Andreas Voget, Geschäftsführer des Vereins FairWertung - ein Zusammenschluss gemeinnütziger und kirchennaher Organisationen. Denn jedes Jahr werden 750 Millionen Kilogramm ausrangierte Textilien über Kleiderkammern, Straßensammlungen und Container gesammelt. Alleine aus Kapazitätsgründen muss der Großteil an Textil-Recycler verkauft werden. Die Sammlung fungiert hier als ein Element der Mittelbeschaffung. Daher ist auch die Mülltonne keine Alternative für ausgediente Kleidung, wie die Verbraucherschutzzentrale informiert: "Auch abgetragene oder kaputte Kleidung gehört in die Altkleidersammlung", denn auch sie kann später recycelt werden. Nach Wohltätigkeit sehen die Container aus, die auf dem Parkplatz eines Supermarktes an der Borkener Straße aufgestellt sind. In auffälligem Rot-Weiß ist eine Person im Rollstuhl abgebildet. Eine Sammlung für behinderte Menschen? Eher nicht, wie Voget erklärt: "Hier ist ausschließlich ein häufig verwendetes Symbol zu sehen, aber kein Name und keine Adresse angegeben." Es sei daher davon auszugehen, dass es sich um einen gewerblichen Sammler handelt, der durch die entsprechende Symbolik einen wohltätigen Eindruck vermitteln möchte. Groß prangerte noch einige Tage zuvor das Logo des "Förderkreis geistig- und mehrfachbehinderter Kinder e.V." auf dem Eisenkasten. Daneben eine Attendorner Telefonnummer. Diese führte zu einem dort ansässigen Recycling-Unternehmen. Der angegebene Verein war hunderte Kilometer entfernt in München eingetragen. War. Denn laut Amtsgericht München wurde der Verein bereits im November 2005 aufgelöst. Nachdem unsere Zeitung das Unternehmen damit konfrontierte, tauschten sie den Kasten eilig aus. Ein Container des angeblichen Kooperationspartners "Johanniter" sollte aufgestellt werden. Denen zahle die Firma, so deren Angaben, Geld für die Logo-Nutzung. Zwar wurde das Aussehen des Containers leicht verändert: der Schriftzug verschwand, doch das Rollstuhl-Logo blieb dasselbe. Johanniter weit und breit nicht zu sehen. Muss wohl daran liegen, dass diese gar nichts von einem Vertrag wissen, wie der Verein gegenüber unserer Zeitung erklärte.

VON VON DANIEL PETERS

HTTP://WWW.IVZ-ONLINE.DE/LOKALES/KREIS_COESFELD/COESFELD/1284658_

GEHEUCHELTE_WOHLTAETIGKEIT.HTML

 

02.02.2005  

ADD warnt vor Kleiderspenden an vier Vereine - gespendetes Sammelgut wird in Osteuropa verkauft  

Trier/Rheinland-Pfalz - Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) landesweit zuständig für die Überwachung des Sammlungsrechts warnt vor Kleidersammlungen im Namen des

 

  • Fränkischen Blindenvereins e.V.,
  • des Vereins zur Förderung Schwerbehinderter e.V., 
  • der Aktion Sonnenschein - Hilfe für das mehrfach behin-derte Kind e.V. und 
  • des Förderkreises Geistig- & mehrfachbehinderter Kinder e.V.

Nach Erkenntnissen der ADD werden die Kleiderspenden nicht dem beworbenen gemeinnützigen Zwecken zugeführt, sondern in Osteuropa verkauft. Die Sammlungen werden nicht im Auftrag der genannten Vereine durchgeführt, die Vereine erhalten auch keine Verkaufserlöse. Diese rein kommerziellen Sammlungen unter dem Anschein der Ge-meinnützigkeit lässt ein Unternehmen in Nordrhein-Westfalen durchführen. Die ADD prüft derzeit ein landesweites Sammlungsverbot gegen das Unternehmen.

Bei gezielten Kontrollen der Sammlungen durch die Ordnungsbehörden in Koblenz, Selters und der Vordereifel wurden polnische Staatsbürger angetroffen, nach deren Angaben die gesammelten Kleider für den polnischen und russischen Secondhand-Markt bestimmt sind. Die Sammlungen wurden durch die Sammlungsbehörden vor Ort unterbunden und das Sammelgut sichergestellt. Die gespendete Kleidung wird von den Sammlungsbehörden gemeinnützigen Organisationen zugeführt.

Die ADD bittet die Bevölkerung um Mitteilungen an die Sammlungsbehörden der Kreis- und Stadtverwaltungen, wenn weiterhin Sammlungen im Namen der Vereine durchgeführt werden.

Um Verwechslungen mit "unverdächtigen" Sammelbüros und Organisationen zu verhindern, bittet die ADD um exakte Beachtung und Benennung der Namen.  

http://www.add.rlp.de/add/broker?uMen=96470f23-4693-aefb-e592-613e9246ca93&uCon=769445c4-2649-1013-3e2d-c13e9246ca93&uTem=7a370f23-4693-aefb-e592-613e9246ca93&_ic_overview=96470f23-4693-aefb-e592-613e9246ca93

 

 

   

 

 

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