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Neue "Mildtäter" sind unterwegs

Von Thomas Fiekens RECKLINGHAUSEN. Die Mitleidsmasche mit Tieren läuft gut, mit Kindern noch besser. Mehrfach berichtete die RZ über "Hilfsorganisationen", Spendenclowns mit Sammeldosen und das Hauptquartier der Blechbüchsenarmee an der Dorstener Straße 7. Nun taucht in der Stadt ein neuer "Mildtäter" auf dem lukrativen Spendensammler-Markt auf: der "Verein für Kindernothilfe e.V.".

Er fordert mit einem Handzettel in mitleidheischender Aufmachung dazu auf, sich an einer Altkleidersammlung beteiligen, die heute z.B. am Quellberg stattfinden soll. "Bitte helfen Sie mit!" lautet die unmissverständliche Aufforderung. Die "Große Caritative Altkleider-Schuhe & Federbetten-Sammelaktion" soll zugunsten "des Vereins für Kindernothilfe e.V." laufen. Das wird womöglich auch so sein - mit der "echten" Kindernothilfe in Duisburg hat das Ganze aber rein gar nichts zu tun. Die bereits 1959 gegründete Kindernothilfe gehört zu den größten christlichen Hilfswerken in Europa und erreicht 268000 Kinder und Jugendliche in 27 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas.

Die jetzt in RE aktiven Lumpensammler erreichen vor allem, dass Handzettel-Leser beim flüchtigen Überfliegen aus der Namensähnlichkeit auf einen guten Zweck schließen. Die Kindernothilfe hat nach ähnlichen Fällen im Ruhrgebiet Anzeige erstattet. "Wir führen solche Sammlungen nicht durch und haben damit nichts zu tun", betonte gestern Sascha Decker, Sprecher des Hilfswerkes in Duisburg, das für seinen seriösen Umgang mit Spendengeldern das Qualitätssiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Frage trägt. Auch zivilrechtlich gehe die Kindernothilfe, so Decker weiter, "gegen den Missbrauch unseres guten Namens vor." Wer erfahren möchte, wer hinter der heutigen Altkleidersammlung steckt, stößt rasch an seine Grenzen. Das beginnt schon bei dem Versuch, die auf dem Flyer angegebene Kontakt-Handynummer 0160/91577504 zu erreichen. "Diese Rufnummer ist nicht vergeben", sagt die Stimme vom Band.

Warum rücken die Lumpensammler ausgerechnet an einem Dienstag an? Wer dabei an einen Zufall glaubt, ist ein Schelm - dienstags sammelt in RE die Diakonie in verschiedenen Stadtteilen alte Kleidung ein. Die Bürger sind also "sammlungsgewöhnt". Dabei verfolgt die Diakonie das Prinzip "Sammeln in der Region - verwerten in der Region" - zum Beispiel im Sozialkaufhaus.

Neues gibt es auch von der Dorstener Straße 7: Dort bitten die Spendensammler nicht um olle Klamotten, sondern um Bares. Die "Kinderhilfe-National e.V." hat Zuwachs bekommen. Ob es sich tatsächlich um weitere neue Vereine oder nur um Umbenennungen handelt, ist offen. Hinter der Spiegelglasfolie der ehemaligen Tankstelle an der Dorstener Straße residiert die "Kinderhilfe" nun zusammen mit "Hilfe und Zukunft für Kinder e.V." und ganz aktuell "Hilfe für schwerstkranke Kinder e.V." in einer Bürogemeinschaft. Von dort schwärmen die Spendensammler weiter ins Ruhrgebiet aus. Die aus Röllinghausen stammenden Brüder Thomas und Jürgen W. mischen in den Spendentrupps mit, die u.a. in einer Vielzahl norddeutscher Städte und in Berlin aufgetreten sind. Zuhauf gibt es Warnungen von Verbraucherzentralen vor den Sammlern, in Berlin sorgten Medienberichte für Furore, wonach Spendengelder in die Finanzierung eines Bordells in Berlin-Steglitz geflossen sein sollen. Offenbar ist das Ruhrgebiet rund um das Hauptquartier an der Dorstener Straße nun ein neuer Schwerpunkt. Nach Sammlungen u.a. in Oberhausen hat jüngst die Deutsche Krebshilfe vor einem Verein mit der eigenwilligen Schreibweise "Gegen Kinder Armut e.V." gewarnt, der ebenfalls den Brüdern W. zuzuordnen ist. Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft laufen.

26.08.2008 | Quelle: Medienhaus Bauer

 

http://www.recklinghaeuser-zeitung.de/6087.php?file_name=210_001_736233&newsline=lokal&catchline=re/zb/ln&article_count=1&word_count=555&page_type=/6087.php&mode=detail

 

26.08.2008

 

 

 

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