Haustierdiebstahl in Deutschland  ©
Home
Info der Seite
Vorsicht in ........
Was kann ich tun?
Schutz für Ihr Tier
Presse & News
Giftköderwarnungen
Hilfe für Ihre Stadt
Kleider machen Beute
Auffällige Vereine
Mitteilung AKS
Tipps & Tricks
Downloads
Newsletter
Links
Kontakt

Zweifelhafte Kleidersammlung

 

Parkentins Gemeindevertreter Yann-Christoph Collin warnt: Misstrauisch bleiben. Altkleider und Schuhe lieber in Container gemeinnütziger Organisationen stecken. Foto: Anett Jonuschat

Blaue Körbe als Sammelbehälter. Ein Parkentiner hakt nach. Denn: Was und wie viel dem guten Zweck dient, bleibt unklar.

Parkentin (OZ) - Blaue Körbe säumen die Straßen zwischen Wilsen, Parkentin und Bartenshagen. Schlichte Wäschekörbe mit abgebrochenem Henkel. Mit Erstaunen entdeckte Yann-Christoph Collin das Plastikteil vor seinem Haus gegenüber der Kirche. Zunächst nahm er an, dass hier illegal Müll entsorgt wurde. Aber weit gefehlt — in dem Korb befand sich ein Aufkleber mit dem Aufruf zur Schuh- und Altkleidersammlung. Die Sachen werden dringend gebraucht, stand dort. Und die Warnung: „Um Plünderungen oder Diebstahl zu vermeiden, belassen Sie den Behälter bis zur Abholung durch unsere Fahrzeuge gut sichtbar auf Ihrem Grundstück.“ Eine Sammlung für einen guten Zweck — an sich nicht verkehrt, dachte der Parkentiner. Anfangs.

Aber von Hause aus keineswegs leichtgläubig, ging der Jurist und Gemeindevertreter der Sache nach. Zunächst wollte er bei dem Verein „Hilfe für Weißrussland“ e.V. nachhaken, der um Spenden bat. Erste Kontaktaufnahme über das Organisationsbüro H. Schulz, das kleingedruckt auf dem Aufkleber stand. Ergebnis: „Das Büro arbeitet für den Verein, erwirtschaftet aber laut Telefonauskunft Gewinne und ist daher gewerblich tätig. Einen Hinweis dazu sucht man vergeblich am Korb“, betont der 30-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter der Uni Rostock.

Auch OZ griff gestern zum Telefonhörer und hatte Frau Schulz vom Org.-Büro aus Achim in Niedersachsen am Apparat. „Unsere Hilfstransporte gehen nach Beresino. Die haben da noch Diktatur und viel Armut. Ich war selbst schon vor Ort“, erzählt sie. Man schicke Hilfstransporte da runter, nicht nur mit Schuhen und Kleidern, auch mit Geräten und Material für das Krankenhaus und die Schule. Aber:

Nicht alle Altkleider gehen nach Weißrussland, gab die Frau zu. „Manche legen ihre alte Maler-Jeans rein, die bekommt dann die deutsche Industrie, sprich der Reißwolf. Wir bestreiten damit unsere Unkosten, für Benzin und Laster.“ Auf Nachfrage, wer das entscheide, was und wie viel wo hingehe, gab sie den leicht genervten Rat: „Sie müssen die Jeans ja nicht in den Korb legen. Wenn Sie sicher sein wollen, dass sie getragen wird, geben Sie sie dem Nachbarn.“ Auch Yann-Christoph Collin, seit Juni 2009 für die SPD im Gemeindeparlament, bleibt skeptisch. Daran konnte auch der Zeitungsartikel im Korb — leicht verschimmelt — nichts ändern. „Demnach ist 2006 der 26. Hilfstransport des Vereins nach Weißrussland gebracht worden. Gegründet wurde der Verein 1994. Das macht also in rund zwölf Jahren lediglich 26 Transporte mit meist einem 40-Tonnen-Lkw. Das ist wenig, denn das Organisationsbüro sammelt bundesweit unter der Vereinsflagge“, betont er. Auch das Amt Doberan-Land ist hellhörig geworden. „Wir schicken dem Verein einen Brief, solche Sammlungen in unseren Gemeinden zu unterlassen. Wir haben genügend Container von anerkannten Hilfsorganisationen im Areal stehen“, erklärte Ordnungs-Amtsleiter Uwe Ziesig gestern. Die Verbraucherzentrale in Rostock empfahl, lieber ein „gesundes Misstrauen“ walten zu lassen. Und vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin, der Vereine interviewt, kam der Tipp, offene Körbe zu ignorieren.

Besser: Nur Container oder Säcke mit Namensbezeichnungen der Organisation benutzen, die die Bürger „sicher als gemeinnützig erkennen“. Zum Verein selbst lag nur eine Finanzbescheinigung vor. Unter 100 000 Euro Umsatz im Jahr. Wie viel davon in Beresino ankommt? „Keine Ahnung“, sagte die Mitarbeiterin.

ANETT JONUSCHAT

http://www.ostsee-zeitung.de/mecklenburg/index_artikel_komplett.phtml?param=news&id=2774532

20.05.2010

 

 

 

webmaster@tierdiebstahl.de ©